Duale Ausbildung
Der direkte Weg ist eine Ausbildung im Betrieb mit Berufsschule, je nach Gewerk zwei bis dreieinhalb Jahre. Auf Antrag von Betrieb und Auszubildenden kann die Handwerkskammer die Dauer kürzen, wenn das Ziel in kürzerer Zeit erreichbar ist. Die Ausbildung geht auch in Teilzeit, dann verlängert sie sich entsprechend.
Mit Berufserfahrung zur Gesellenprüfung
Wer ohne Abschluss in einem Handwerk arbeitet, kann nach dem Eineinhalbfachen der Ausbildungsdauer zur Gesellenprüfung zugelassen werden. Bei drei Jahren Ausbildung sind das viereinhalb Jahre. Zeiten einer Ausbildung in einem verwandten Beruf werden angerechnet. Die Kammer kann auf den Nachweis ganz oder teilweise verzichten, wenn Zeugnisse die Fähigkeiten belegen.
Feststellungsverfahren ab 25
Einen zusätzlichen Weg bietet das Feststellungsverfahren: Personen ab 25 Jahren, die das Eineinhalbfache der Ausbildungsdauer im Beruf tätig waren, können ein Feststellungsverfahren beantragen. Die Kammer bewertet dann, ob die beruflichen Fähigkeiten einem Abschluss vergleichbar sind, ganz oder teilweise.
Beratung nutzen
Handwerkskammern und Arbeitsagenturen beraten zu Ausbildung, Umschulung und Anerkennung. Bring zum Termin alle Zeugnisse und Nachweise über bisherige Tätigkeiten mit, auch aus dem Ausland. Frag, welche Zeiten angerechnet werden können und ob eine Teilzeitausbildung möglich ist. Auf dieser Seite findest du Stellen, die ausdrücklich Quereinsteiger ansprechen. Achte in der Anzeige auf Begriffe wie Einarbeitung, Anlernen oder ohne Vorkenntnisse.
Ausbildung mit 25 oder später
Eine Ausbildung ist nicht an ein Alter gebunden. Viele Betriebe nehmen auch ältere Auszubildende, gerade wenn sie Lebenserfahrung und Zuverlässigkeit mitbringen. Die Mindestausbildungsvergütung gilt unabhängig vom Alter. Wer finanziell mehr braucht, kann sich bei der Arbeitsagentur nach Unterstützung erkundigen.
Nach dem Gesellen
Die Meisterprüfung berechtigt zur Führung eines zulassungspflichtigen Betriebs und zur Ausbildung. Das Aufstiegs-BAföG fördert Lehrgangs- und Prüfungsgebühren und einen Teil der Kosten für das Meisterstück.
- Für die Bewerbung: Zeugnisse, Nachweise über Tätigkeiten und Fotos eigener Arbeiten
- Führerschein, wenn Baustellen oder Kundeneinsätze dazugehören
- Klare Angabe, welches Gewerk dich interessiert, auch wenn du quer einsteigst
Zum Schluss
Welcher Weg zu dir passt, hängt von deiner Erfahrung, deinem Alter und deinen Nachweisen ab. Die Handwerkskammer berät dich dazu.
Wer schon lange in einem Handwerk arbeitet, sollte alte Arbeitszeugnisse, Lohnabrechnungen und Tätigkeitsbeschreibungen sammeln. Sie sind der wichtigste Nachweis für Zulassung und Feststellungsverfahren.